#058 Rückblick Arbeitswelt und KI 2030 (Transkript)

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Intro: Rückblick auf die Sonderserie „Arbeitswelt und KI 2030“

Im Hier und Morgen. Heute schon wissen, was in Zukunft wichtig wird. Ein Podcast über Trends, Treiber und Visionen von und mit Zukunftsforscher Kai Gondlach.

Herzlich Willkommen „im Hier und Morgen“. Hiermit endet offiziell die Sonderserie in diesem Podcast zum Thema Arbeitswelt und KI 2030. Aber keine Panik, falls du irgendwas verpasst haben solltest. In dieser Episode möchte ich dir noch einmal nen kleinen Rückblick auf die vergangenen Folgen geben und ein paar Gespräche hervorheben. Nach dem kurzen Rückblick auf die letzten Episoden gebe ich auch nochmal ein paar Tipps aus meiner Sicht, was eigentlich Freelancer in punkto Arbeitswelt und KI haben können.

Also los gehts. Die zurückliegenden 16 oder auch 17 Episoden hatten alle dieselbe Überschrift, nämlich Arbeitswelt und KI 2030. Warum das so ist, habe ich ausführlich in der Pilotfolge beschrieben. In Kürze: gemeinsam mit Inka Knappertsbusch habe ich einen Band mit demselben Titel als Herausgeber veröffentlicht, für den wir 78 Expertinnen und Experten aus der Wissenschaftlichen Forschung sowie auch wirtschaftlicher Praxis gewinnen konnten. Sie haben praktisch für ihre Bereiche die bevorstehenden Herausforderungen geschildert und ganz praktische Lösungsansätze vorgestellt. Der Band erschien pünktlich an Heiligabend 2021 beim renommierten Springer Gabler Verlag, das ist der größte Wissenschaftsverlag der Welt. Darin findest du insgesamt 41 Beiträge in sehr, sehr unterschiedlichen Branchen beziehungsweise Themenbereichen. Die haben wir in sieben Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel heißt „gesellschaftliche und ethische Aspekte von KI in der Arbeitswelt“, dann „rechtliche Aspekte von KI in der Arbeitswelt“, „KI in der wirtschaftlichen Arbeitswelt“, „KI in der industriellen Arbeitswelt“, „KI in der mobilen Arbeitswelt und Logistik“. Dann kommt „KI in der medizinischen und pharmazeutischen Arbeitswelt“ und last but not least „KI in der Ausbildung“.

Für wen ist das interessant? KI-Strateg:innen, Führungskräfte, Angestellte

Für wen ist das überhaupt interessant? Primär ist das Thema natürlich was für Menschen, die sich im Unternehmen oder in einer Behörde erstmals mit dem Thema KI, also Künstliche Intelligenz, befassen sollen und sich erst mal einen Überblick erarbeiten müssen, was schon geht und wie das überhaupt geht. Und vielleicht brauchen die auch noch Argumente, zum Beispiel für die Geschäftsleitung, warum das Thema so wichtig ist. Künstliche Intelligenz ist zwar seit Jahren in aller Munde, könnte man sagen. Die Entwicklung wird aber nach wie vor von eher den großen Unternehmen vorangetrieben und viele kleinere oder mittelständische Unternehmen, von Behörden ganz zu schweigen natürlich, tun sich noch extrem schwer mit der Einführung. Doch es gibt viele tolle Beispiele von Akteuren, die sich doch gewagt haben. Also hier ganz klare Empfehlung! Sekundär zielt der Band natürlich auf heutige und zukünftige Führungskräfte. Die grundlegende Funktionsweise von KI muss wirklich jede Person kennen, die Personalverantwortung trägt. Denn mit fortschreitender Automatisierung von Tätigkeiten gibt es kaum ein Berufsbild, das sich in den kommenden Jahren nicht verändern wird, zum Teil sogar massiv. Letztlich ist das Thema natürlich auch spannend für Angestellte, die gern wissen möchten, wie sich ihr Job eigentlich in den nächsten Jahren verändern wird. Denn wie gesagt, euer Job wird sich immer stärker verändern. Wie geht ihr dann mit Kollegen oder Kolleginnen um die rein virtuell oder in Form eines Roboters existieren? Das wird 2030 immer mehr zur Normalität im Arbeitsalltag gehören. Und das auch gut so, denn Maschinen und Algorithmen sind schlicht besser darin, wiederholt dieselbe Aufgabe auszuführen und große Datenmengen strukturiert zu bearbeiten. Wir Menschen wiederum sind sehr viel besser darin, diese Ergebnisse dann auszuwerten, zu interpretieren und kreative und kommunikative Aufgaben auszuführen. Wenn du mich fragst, werden uns die Maschinen in dem Punkt auch nie das Wasser reichen können.

Dr. Michaela Regneri (Otto): German Angst – zu skeptisch für KI?

Damit wären wir schon beim ersten Gespräch der Reihe. Gemeinsam mit Dr. Michaela Regneri habe ich den ersten Beitrag im Band geschrieben, also im Kapitel „gesellschaftliche und ethische Aspekte von KI in der Arbeitswelt“. Michaela war auch eine derjenigen, die sich bereit erklärt haben, darüber hier Podcast mit mir zu sprechen und unser Beitrag heißt: „das Gespenst der German Angst. Sind wir zu skeptisch für KI-Entwicklung? Die Kunstfigur des ängstlichen Technologiefeinds und Mut zum kritischen Optimismus“. Darin geht‘s einerseits um die Beobachtung, dass viele Menschen Angst vor der KI-Zukunft haben. Viele kennen KI ja nur aus Science-Fiction. Sie denken schnell an den Terminator oder die fürchterlichen Maschinen, die in der Matrix-Reihe die Menschheit in einer Simulation versklaven und in der echten Welt ihre Energie ernten, um sich selbst am Laufen zu halten. In unserer realen Welt wiederum hat das überhaupt nichts mit KI zu tun. Erstaunlicher Weise führt aber genau diese Beobachtung dazu, dass viele Entscheidungsträger beispielsweise ihren Angestellten unterstellen, sie hätten Angst vor KI und scheuen daher eine Beschäftigung damit und lassen damit Potenziale erschlossen. Inzwischen gibt es einige belastbare Studien, die diesen Vorgang als zu kurz gedacht entlarven. Man hat nämlich endlich auch mal die Angestellten selbst befragt und herausgefunden, dass die in überwältigender Mehrheit KI-Lösungen bevorzugen würden, solange diese nicht ihren Job komplett ersetzen. Vielmehr würden sie sich über etwas mehr künstliche Intelligenz Unterstützung sogar freuen und gern anderen Tätigkeiten nachgehen, die mehr ihre eigentlichen Stärken fordern. Michaela hat viele schöne Sätze im Podcast gesagt, hier ist einer der wichtigsten zum Unterschied zwischen KI und Mensch: „Weil das größte Defizit, was KI und KI-Systeme haben, ist einfach, dass das keine sozialen Systeme sind. Die interessieren sich nicht für andere KIs, die wollen nicht dringend überleben, die wollen auch nicht ihre Art erhalten oder so, das ist denen alles völlig egal. Und sehr viel, was von menschlicher Expertise und auch von menschlichem Wissen, was wir als analytisches oder Schulwissen interpretieren, haben, kommt eigentlich daraus, dass wir soziale Wesen sind und mit anderen Menschen klarkommen wollen, müssen, interagieren, gemeinsam Dinge erfinden. Und da ist KI halt völlig blank.“

Dr. Aljoscha Burchardt (DFKI) + Prof. Dr. Doris Aschenbrenner (TU Delft): Praxisleitfaden KI

Im Band geht es dann weiter mit dem Beitrag von Dr. Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz und Prof. Dr. Doris Aschenbrenner von der TU Delft. Ihr Beitrag heißt „Praxisleitfaden KI: Kooperativ und Interdisziplinär. Verantwortungsvolle Innovation für die Integration von Anwendungen der künstlichen Intelligenz in die Arbeitswelt“. Sie beschreiben darin die wichtigsten Strategien für Unternehmen, die eigene KI-Lösungen entwickeln. Ausgehend von der Beobachtung, dass wir zwar insbesondere in Deutschland sehr fähige Entwicklerinnen und Entwickler haben, diese jedoch oft nicht verstehen, was ihr Kunde oder der Rest des Unternehmens genau braucht, die Anwenderseite wiederum versteht selbst zu oft nicht besonders viel vom Programmieren und von Entwicklung und kann entsprechend auch nicht so gut kommunizieren, wo eigentlich der Bedarf liegt. Dieser Beitrag ist insofern einer der wichtigsten im ganzen Band, da dieses Problem so ungefähr jedes Unternehmen und alle Behörden betrifft, die in den kommenden Jahren KI einführen möchten und auch müssen. Also grob geschätzt, wirklich alle. Mit Aljoscha hatte ich ja im Juni 2021 hier Podcast schon geschnackt, allerdings nicht zum Band, sondern zu allgemeinen Grundlagen der KI. Trotzdem absolut hörenswert.

Dr. Frank Fischer (Snyk): Zukünftige Zusammenarbeit mit KI-Kolleg:innen

Dr. Frank Fischer ist der nächste, der einen Beitrag im Band geschrieben hat. Der heißt: „zukünftige Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI. Ich strebe danach, dass du dich wohlfühlst“, sagt mein KI-Kollege 2030“. Hier geht es also ganz klar um die alltägliche Situation, die wir mit KI in Zukunft erleben werden. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass dieses der Beitrag ist, der wohl am meisten eher technologieferne Menschen interessieren dürfte. Stell dir vor, deine Kollegin ist ein bisschen wie Alexa oder Siri, hat aber auch eigene Entscheidungsbefugnis, kann dir vielleicht sogar Aufträge geben oder Feedback. Wie fühlt sich das an? Wie kommuniziert ihr miteinander? Verdient die dann eigentlich auch Geld? Also lohnt sich auf jeden Fall! Frank und ich waren ja mal Kollegen und haben uns 2016 schon Gedanken gemacht, wie man einen einigermaßen intelligenten Bitcoin-Automaten bauen könnte. Daraus wurde leider nichts. Frank gehört aber zweifelsohne trotzdem zu den intelligentesten Menschen, die ich kenne und auch extrem bewundere, und er hat als einer der ersten überhaupt Vorlesungen zum Thema „Quantum Maschine Learning“ gehalten. So viel dazu

Dr. Annette Miller (hessian.AI): KI-Innovation und Startups

Der nächste Beitrag im Band heißt „KI, Innovation und Startups: Hightech Startups als Treiber von KI-Ökosystemen“ und der stammt von Dr. Annette Miller vom hessischen Zentrum für künstliche Intelligenz oder auch Hessian.AI. Sie beschreibt darin die wichtigsten Rahmenbedingungen, damit Politik und Gesellschaft gute Bedingungen schaffen können für Startups, denn in Deutschland existiert eins der besten Grundlagenforschungssysteme der Welt, doch die erfolgreichsten Startups der Welt entstehen überwiegend woanders. Die Umgebung und teilweise auch die Gründungskultur hierzulande ist leider immer noch wenig reizvoll für innovative Menschen, die die Welt verändern wollen und damit sich das ändert, sollten also in erster Linie politische Entscheidungsträger diesen wichtigen und wirklich tollen Beitrag von Dr. Miller lesen.

Saskia Dörr (WiseWay): Corporate Digital Responsibility und moralischer KI-Kompass

Damit beim Einsatz künstlicher Intelligenz aber die Moral nicht auf der Strecke bleibt, verlangt Saskia Dörr im nächsten Beitrag eine Corporate Digital Responsibility von Unternehmen. Vielleicht kennst du Corporate Social Responsibility, die wurde hier im Podcast schon häufiger thematisiert. Die kümmert sich ja um soziale und ökologische Richtlinien für Unternehmen. Saskia Dörrs Beitrag wiederum heißt eben „KI verlangt Corporate Digital Responsibility (CDR): Den moralischen Kompass für Beschäftigte an KI-gestützten Arbeitsplätzen ausrichten“. Besonders größere Unternehmen befassen sich bestimmt schon mit dem Thema, aber auch alle anderen Arbeitgeber ab einer gewissen Größe brauchen dringend eine Lösung für den Umgang ihrer Beschäftigten mit KI-Systemen.

Ludwig Weh + Magdalena Soetebeer: KI-Ethik und Neuroethik

Damit wären wir auch schon beim sechsten und letzten Beitrag des ersten Kapitels. Der ist außerdem aus meiner Sicht der inhaltlich anspruchsvollste, denn der Autor und die Autorin Ludwig Weh und Magdalena Soetebeer verknüpfen hier gleich zwei sehr komplexe Themen. Der Titel des Beitrags lautet: „KI-Ethik und Neurethik fördern relationalen KI-Diskurs. Ein kombinierter Embodiment-Ansatz stärkt die sozial integrierte Regulation von KI-Technologie in der Arbeitswelt“. Allein das ist schon ein hartes Brett, also spul gern noch mal 15 Sekunden zurück. Ein absolutes Muss aber für alle, die sich ernsthaft mit Ethik befassen und sich fragen, ob wir in der Debatte um die Einführung von KI-Systemen dieselben Maßstäbe wie für zwischenmenschliches Handeln anlegen sollten oder nicht. Spoiler: Nein. Eben, weil das Thema zu schwer ist, habe ich beide Autor:innen einzeln hier im Podcast interviewt.

Ludwig hat auch Zukunftsforschung studiert, ist aber eigentlich eher auf der neurowissenschaftlichen Schiene unterwegs und hier ein kleiner Auszug aus dem Gespräch mit ihm: „Ja, das ist eben so ein bisschen die Kernfrage auch unseres Artikels oder die Kernfrage, die wir als Anlass genommen haben für den Artikel. Wann sprechen wir denn von Intelligenz? Das ist eine philosophische Frage, die werden wir heute nicht erschöpflich beantworten, das war auch gar nicht das Ziel.“

Magdalena wiederum kommt eher aus der kreativen und vor allem kommunikationswissenschaftlichen Richtung und hier der Auszug aus dem Gespräch mit ihr: „Gerade auch in der Krebsforschung gibt’s da eben auch viele richtungsweisende Beispiele, wo Dinge erkannt wurden, die ein Mensch niemals gesehen hätte, dass Software, die in der Bildererkennung sehr geschult ist, da sehr viel mehr erkennen können, als es jetzt Menschen erkennen und zeitliche Kapazität haben und die Rechenkapazität, viel mehr Bilder anzuschauen und dadurch einfach viele Chancen plötzlich entstehen dadurch, dass KI da eben zum Einsatz kommt. Da ergeben sich viele Möglichkeiten. Aber man muss eben auch die Infrastruktur schaffen, dass es genutzt werden kann man es datenschutztechnisch in Ordnung geht, wo natürlich viele ethische Fragen dann gleich wieder mitschwingen, dass es da nicht zu Nachteilen kommt. Gerade auch wieder bei Versicherungen, dass man dann vielleicht erhöhte Beiträge zahlen müsste, wenn dann entsprechende Sachen auftauchen. Also es hat einen ganzen Pool an verschiedenen Fragen, die damit einhergehen und deswegen fände ich es den falschen Weg zu sagen, aus Angst vor diesen Fragen, wo man vielleicht aktuell noch keine Antwort parat hat, diese Technologie abzulehnen, dass man eben gerade da einen Weg findet, mit möglichst vielen Menschen mit möglichst vielen Perspektiven über diese Fragen zu sprechen.“

Dr. Volker Hartmann (Vay Technology): Digitale Produktbeobachtungspflichten für Smart Products

Damit sind wir schon im zweiten Kapitel dieses heißt ja „rechtliche Aspekte von KI in der Arbeitswelt“ und betrifft somit sämtliche Unternehmen und Behörden. Ohne Witz, das sollte wirklich in jeder Organisation liegen, die Menschen beschäftigt. Warum? Weil man in einigen Fällen eben nicht einfach KI-Lösungen einsetzen kann, ohne nicht die rechtlichen Implikationen zu kennen. Viele Produkte stammen ja beispielsweise aus anderen Ländern wie den USA, wo einfach andere Regeln gelten. KI heißt ja immer auch, dass Daten erhoben werden und verarbeitet werden und diese Daten wiederum, die werden in jedem Rechtsraum anders behandelt. Und da sind wir gleich beim Stichwort Datenschutz. Aber fangen wir von vorn an.

Der erste Beitrag stammt von Dr. Volker Hartmann, der ist Vice President of Legal and Governmental Affairs bei Vay Technology und sein Beitrag heißt: „digitale Produktbeobachtungspflichten für Smart Products. Chancen und Risiken einer digitalen Produktbeobachtung für IOT-Produkte“. IOT steht natürlich für Internet of Things, kennste ja, also alle möglichen smarten Produkte, die mit dem Internet verbunden sind. Dazu gehören unter anderem unsere Smartphones, Smart Watches, Autos, teilweise auch Waschmaschinen und Saugroboter oder vieles mehr. Praktisch jeder Mensch ist also heute schon Teil des Internet of Things bzw. seine Geräte. Laut Statista setzten 2021 in Deutschland 36 % der Unternehmen auch IOT-Geräte ein. In Österreich beträgt dieser Anteil sage und schreibe 51 %, was dadurch europäischer Spitzenreiter ist. Aber zurück zum Beitrag von Dr. Hartmann. Er wirft die Frage auf, wie Hersteller von smarten Geräten mit ihren Produkten umgehen sollten, nachdem sie verkauft wurden. Entstehen Mängel, die sich aus der Nutzung ergeben, greift natürlich ganz klassisch die Garantie oder Gewährleistung. Entstehen aber Mängel, die in der Software bereits angelegt waren, wird es brenzlig. Hersteller und auch Händler sollten diesen Beitrag unbedingt lesen und Juristinnen und Juristen sowieso.

Patricia Jares + Tobias Vogt, CMS Germany: KI-Sprachanalyse

Der nächste Beitrag stammt von Patricia Jares und Tobias Vogt, beide von CMS Germany, einer der größten Rechtsanwaltskanzleien des Landes. Der Titel des Beitrags lautet: „der Einsatz von KI basierter Sprachanalyse im Bewerbungsverfahren“, womit wir so ungefähr beim häufigsten Anwendungsfall von künstlicher Intelligenz im Personalbereich sind. Patricia war auch hier im Podcast zu Gast und das Gespräch würde ich wirklich allen empfehlen, die berufstätig sind oder Menschen beschäftigen oder halt in der Personalabteilung. Wenn euch das Thema noch nicht begegnet ist, steigt die Wahrscheinlichkeit mit jedem Tag, dass sich das bald ändert. Personalerinnen und Personaler müssen das ohnehin hören und am besten auch lesen, denn die Anwendung ist das eine, die Rechtssicherheit die andere. Hier ein kleiner Ausschnitt: „also darf man das, wie ist das mit Datenschutzrecht? Darf man solche Daten überhaupt erheben und nutzen? Das ist das eine. Das andere ist: ist das nicht vielleicht diskriminierend? Also wie kann ich sicherstellen, dass Persönlichkeitsrechte auch gewahrt werden, dass niemand benachteiligt wird wegen Geschlecht, wegen Herkunft und solche Themen und KI-Systeme sind ja eben auch anfällig für Diskriminierung und Persönlichkeitsverletzung. Und das hat uns da interessiert. Und ja, ich denke, wir haben da einfach versucht, einen Überblick zu geben, die Vor- und Nachteile, aber auch Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie man das Ganze rechtssicher gestalten kann. Wenn ich schon mal zwei Punkte verraten darf, die da wichtig sind. Also aus unserer Sicht darf KI im Personalbereich einfach nie dazu führen, dass so eine komplette Persönlichkeitsdurchleuchtung stattfindet.

Can Kömek, CMS Germany: Individualrechtliche Fragestellungen beim KI-Einsatz

Wie sieht’s eigentlich mit KI-Entscheidungen am Arbeitsplatz aus? Vorhin habe ich ja schon angedeutet, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit bald eine Kollegin oder Kollegen hast, die rein aus Programmiercode bestehen. Das ist rechtlich grundsätzlich erst mal möglich. Doch im Umgang mit menschlichen Angestellten ergeben sich natürlich einige, naja, Besonderheiten. Darüber schreibt Can Kömek, ebenfalls von CMS Germany in seinem Beitrag „individualarbeitsrechtliche Fragestellungen bei dem Einsatz von KI“. Wie so oft lässt sich natürlich nicht klar oder pauschal sagen, ob KI die besseren Entscheidungen trifft oder stark reguliert werden sollte. Klar ist jedoch, dass Personalverantwortliche und Juristinnen, Juristen sich mit dem Thema befassen müssen.

Michael Zeck, HD PLUS: KI in Unternehmen und die e-Person

Im nächsten Beitrag greift Michael Zeck von HD+ ein sehr spannendes Thema auf. In „KI im Unternehmen: haftet der Arbeitgeber oder die KI als E-Person?“ geht‘s, kurz gesagt, um eine neue Rechtsform von digitalen Entitäten. Das ist schon lange in der Diskussion, wurde sogar jahrelang auf Ebene der Europäischen Union diskutiert. Das Rechtssystem kennt ansonsten ganz grob gesprochen: Natürliche Personen, also dich und mich, also Menschen, und juristische Personen, sowas wie Unternehmen, Vereine, Pipapo. Nun stellt sich die Frage, wie man eigentlich mit einer künstlichen Intelligenz umgehen soll, die diesen Namen auch wirklich verdient hat. Wenn ein selbstfahrendes Auto sich in einem Dilemma in Sekundenbruchteilen entscheiden muss, ob es dem Insassen oder dem Passanten vor der Haube Schaden zufügt, wird dies immerhin Konsequenzen haben. Wie geht’s weiter? Super spannendes Thema! Lohnt sich für alle, denn, kleine Einschätzung meinerseits, zumindest im Bereich des selbstfahrenden Autos eine relativ unsinnige Frage. Aber im Umfeld von Arbeitgebern extrem wichtig.

Gerlind Wisskirchen + Marcel Heinen, CMS: Mitbestimmungsrechte beim KI-Einsatz

Anschließend geht’s im Beitrag von Gerlind Wisskirchen und Marcel Heinen, wieder CMS Germany, um Mitbestimmungsrechte. Der Beitrag heißt „das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nummer 6 Betriebsverfassungsgesetz beim Einsatz von KI-Systemen im Betrieb. Ein Überblick über die Rechtsprechungsentwicklung und Herausforderungen in der Praxis.“ Das klingt erst mal kompliziert. Ist es auch. Aber genauso wichtig, besonders in Deutschland haben wir traditionell auf der einen Seite sehr starke Mitbestimmungsrechte, was auch gut ist. Auf der anderen Seite wird Innovation dadurch nicht immer leichter. Alle, die im Betriebsrat oder einer Gewerkschaft aktiv sind, sollten diesen Beitrag gründlich lesen. Und ja, die Personalplanung Geschäftsführung natürlich am besten auch.

Inka Knappertsbusch + Luise Kronenberger, CMS: Predictive Policing & Datenschutz

Dann kommt meine Mitherausgeberin Inga Kappertsbusch zu Wort. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Luise Kronenberg. Auch die beide arbeiten bei CMS Germany. Ihr Beitrag heißt „datenschutzrechtliche Bewertung von Predictive Policing im Beschäftigungsverhältnis. Rechtliche Grundlagen und deren Grenzen“ und der behandelt im Grunde die Idee aus Minority Report. Richtig gehört. Das ist natürlich völlig überspitzt, aber es gibt tatsächlich Systeme, die die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Rechtsbruchs berechnen können und wenn Arbeitgeber diese einsetzen, müssen sie natürlich sehr viele Datenschutzrechte berücksichtigen. Welche genau, und wie das ganze zu bewerten ist, liest du in dem Beitrag.

Johannes Schmees + Dr. Stephan Dreyer, Leibniz-Institut für Medienforschung: KI in Verwaltung und Justiz

Der siebte und letzte Beitrag des zweiten Kapitels stammt aus den Federn von Johannes Schmees und Dr. Stefan Dreyer, die beide für das Hans Bredow Institut bzw. das Leibniz Institut für Medienforschung in Hamburg tätig sind. Das ist ein total toller Thin Tank, der interdisziplinär über zukünftige Themen der Rechtsprechung und Gesetzgebung nachdenkt und der Beitrag der beiden behandelt entsprechend ebenfalls ein Zukunftsthema: „rechtliche Anforderungen an KI-Entscheidungen in Verwaltung und Justiz“, heißt das gute Stück und gehört für mich subjektiv zu den dicksten Brettern, die für einen reibungslosen Ablauf der öffentlichen Verwaltung in den kommenden Jahren zählt. Andere Länder sind besonders bei der Digitalisierung der Justiz schon wesentlich weiter als Deutschland und in der Justiz sind Cybermobbing, Dark Web, Blockchain und Metaversum leider noch eher Fremdwort als selbstverständliches Grundwissen der Beschäftigten. Also tu mir bitte einen Gefallen: Wenn du in der Verwaltung oder Justiz arbeitest und oder jemanden kennst, die dort arbeiten, lest bitte diesen Beitrag, tragt die Gegenwart in eure Behörden und schiebt den Wandel mit an! Wenn das nicht eher schneller als langsamer losgeht, erwarte ich ein ziemlich düsteres Szenario, aber das hat nichts mit dem Band zu tun und wird ein andermal erzählt.

Dr. Alexander Rühr, Dr. Thomas Hess (LMU München), Prof. Dr. Benedikt Berger (Uni Münster): Intelligente IT-systeme im Unternehmen

So, kommen wir zum dritten Kapitel „KI in der wirtschaftlichen Arbeitswelt“. Das ist gewissermaßen das Auffangbecken für Beiträge, die sich nicht in anderen Kapiteln zuordnen lassen. Ein Blick lohnt sich also. Den Anfang machen Dr. Alexander Rühr, Dr. Thomas Hess, beide von der Uni München, und Professor Dr. Benedikt Berger, der an der Uni Münster forscht und lehrt. Ihr Beitrag „intelligente IT-Systeme im Unternehmen: Kontrolle und Transparenz als Mittel zur Vertrauensbildung“ ist wirklich essenziell für alle Unternehmen. Punkt, ohne Nebensatz. Mit Benedikt habe ich auch hier im Podcast geschnackt, hör gern mal rein, bevor du den Beitrag liest. Hier ein kleiner Auszug: „es gibt auch interessante Vergleiche dazu, ob Menschen eher den Empfehlungen von anderen Menschen folgen oder eher von IT-Systemen folgen und da zeigt sich, dass insbesondere dann, wenn Menschen feststellen, dass die Empfehlungen von Algorithmen nicht perfekt sind, sondern fehlerbehaftet sein können und das ist bei Vorhersagen natürlich zwangsweise so, dass man – niemand kann perfekt die Zukunft vorhersagen, auch nicht ein intelligentes IT System – und wenn Menschen dann merken, o. k., das System kann daneben liegen oder hat jetzt mal daneben gelegen in der Vorhersage, dann fällt dieses Vertrauen sehr schnell ab, und zwar stärker ab als bei menschlichen Beratern. Das ist also ein spannendes Phänomen und das bezeichnet man in der Literatur als Algorithmusaversion.“

Prof. Dr. Sascha Stowasser (ifaa): Erfolgreiche Einführung von KI

Weiter geht’s mit einem Beitrag von Professor Dr. Sascha Stowasser namens „Erfolgreiche Einführung von KI im Unternehmen: Bausteine für das Change Management“. Wer sich mit Arbeitsorganisation befasst, kennt auf jeden Fall den Autor, der ist nämlich Direktor des IFAA, des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft. Das ist also Pflichtlektüre für Unternehmen, die gerade erst anfangen, sich Gedanken über den Einsatz von KI zu machen, also einige 100.000 Mittelständler.

Claudia Pohlink + Prof. Dr. Sebastian Ficher (HWR Berlin): Verantwortungsvolle und robuste KI

Wer sich wiederum mit künstlicher Intelligenz in Unternehmen befasst, kennt die Autorin des nächsten Beitrags: Claudia Pohlink. Sie schrieb gemeinsam mit Professor Dr. Sebastian Fischer von der HWR Berlin über „verantwortungsvolle und robuste KI in Unternehmen. Wie man KI-bezogene Risiken gegen Bias und Diskriminierung beherrscht“. Das ist wieder mehr etwas für die Strategen unter euch, aber nicht weniger wichtig.

Daniel Barke, Work Genius: KI als Treiber hybrider Beschäftigungsformen

Daniel Barke ist einer der Gründer von WorkGenius, die ein ziemlich smartes System für die Vermittlung von Unternehmen auf der einen und Freelancern auf der anderen Seite gebaut haben. Sein Beitrag handelt folglich von neuartigen Beschäftigungsbehältnissen und heißt „KI als Treiber hybrider Beschäftigungsformen: die Zukunft des intelligenten Jobmatchings. Potenziale und Herausforderungen von KI-Tools im Recruiting und Talentauswahl“. Hier lernt vor allem der eine oder die andere eingefahrene Personalverantwortliche, wie Freelancer ticken und warum sie niemals einen noch so guten Vertrag für eine Festanstellung annehmen würden.

Dr. Heinrich Kögel (Economic AI) + Prof. Dr. Martin Schindler (Uni Hamburg) + Dr. Helmut Wasserbacher (Novartis): Digital Finance

Dr. Heinrich Kögel von Economic AI, Professor Dr. Martin Schindler von der Uni Hamburg und Helmut Wasserbacher von Novartis behandeln im nächsten Beitrag ein zentrales Thema für sämtliche Wirtschaftsunternehmen. Er heißt „Digital Finance: die Zukunft der Finanzplanung in Unternehmen“. Für mich total bewundernswert, ich hab’s ja nicht so mit Zahlen, erkenne aber deren zentrale Bedeutung für den reibungslosen Ablauf eines Unternehmens an. Bei der Gelegenheit übrigens vielen Dank und liebe Grüße an meine Steuerberater und Buchhalterin von ScioTax!

Daniel A. Schmidt: KI in Banken

Last not least hat Daniel A. Schmidt im Wirtschaftskapitel den Beitrag „KI in Banken: die Bank der Zukunft“ geschrieben. Sehr lesenswert für alle aus dem Bankensektor, der Finanzberatung und der Finanzdienstleistung. Schließlich geht‘s nicht immer nur Bitcoin und andere Kryptowährungen, sondern vor allem auch um automatisierte Bereiche der Arbeitsorganisation, Stichwort DAO.

Prof. Dr. Marco Huber (Fraunhofer IPA, Uni Stuttgart), Christian Jauch (Fraunhofer IPA), Klaus Burmeister (foresightlab): Potenziale von KI für die Produktion

Damit sind wir auch schon im vierten Kapitel angelangt „KI in der industriellen Arbeitswelt“. Den Anfang machen hier Professor Dr. Marco Huber, der unter anderem am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, also kurz Fraunhofer IPA, und der Uni Stuttgart tätig ist, dann noch Dr. Christian Jauch, ebenfalls vom Fraunhofer IPA und Klaus Burmeister, ein Urgestein der deutschsprachigen Zukunftsforschung, der aktuell vor allem mit seinem Foresightlab und der Initiative D2030 unterwegs. Ihr Beitrag heißt „Potenziale von KI für die Produktion, Hemmnisse, Einsatzmöglichkeiten und ein szenariobasierter Ausblick auf 2030“ und der stellt wirklich fantastische Anwendungsszenarien in der Industrie vor. Darüber sprach übrigens auch mit Marco und Klaus hier Podcast in der Episode #04.06, hier ein kleiner Ausschnitt: „wichtige Kernaussage ist die, dass wir in der nächsten Dekade, erst mal Ende der nächsten Dekade 2030 wahrscheinlich erst mal soweit sind, dass die Digitalisierungstechniken soweit in den Unternehmen angekommen sind, dass eine Basis da ist für neue Produktionssysteme. Das finde noch mal sehr wichtig. Also wir müsse erst mal gucken, wir sind dabei, die Voraussetzungen zu schaffen für eine digitalisierte Produktion. KI aus meiner Sicht stützt momentan diese Automatisierungsbestrebung. KI, und das muss man auch sagen, hat natürlich wesentlich mehr Potenzial. Marco es ja schön gesagt, also wenn diese Lernfähigkeit von KI zum Tragen kommt, dann und das ist sozusagen auch eine der größten Herausforderungen, müssen wir auch das Produktionssystem neu denken.“

Lars Michael Bollweg (Westnetz): Die KI-Graswurzelbewegung in der Energiewirtschaft

Weiter geht’s dann mit Dr. Lars Michael Bollweg, der den Beitrag „die Graswurzelbewegung der KI: Data Governance und Servitization als Treiber der Digitalisierung von physischen Infrastrukturen in der Energiewirtschaft“ schrieb. Das klingt vielleicht etwas sperrig auf den ersten Blick oder vielmehr auf den ersten Hörer. Lars kommt selbst aus der Energiewirtschaft und arbeitet bei der Westnetz GmbH. Der sorgt also quasi dafür, dass der Strom von den Erzeugern in die Haushalte kommt und in die Unternehmen, also das Ganze natürlich zunehmend gestützt durch KI-Verfahren. Davon hat er auch hier im Podcast berichtet, also für einen Vorgeschmack auf den Beitrag empfehle ich das Gespräch mit ihm. Hier ein kleiner Ausschnitt: „der Big Bang, das Schnellboot von der Seite hat ganz wenigen wirklich großen Erfolg gebracht. Ganz oft ist es konsequente, nachhaltige Veränderung auf ganz vielen Ebenen. Arbeitskultur, ja, auch digitale Fähigkeiten gehören dazu und dann konsequente Prozessarbeit, ja, Ausrichtung am Output, am wirklichen Ergebnis. Was möchte ich erreichen? Und da wirkliches Commitment auf die Straße bringen. Das ist wertvoll. Also man merkt, ich hab jetzt angefangen, die Dinge, die die Fallstricke sind auch noch mal umzudrehen zu den Chancen und Möglichkeiten, weil ich glaube, es ist die viel spannendere Diskussionen. Wir müssen darüber reden, was möglich ist, gerade in diesem Space rund um Daten und Digitalisierung, digitale Transformation, da steckt so viel drin, was das Leben von so vielen Menschen angenehmer machen kann.“

Prof. Dr. Werner Widuckel + Prof. Dr. Lutz Bellmann, Uni Erlangen-Nürnberg: KI und Beschäftigung

Im Anschluss daran findest du im Band einen sehr, sehr wichtigen Beitrag von Professor Dr. Werner Widuckel und Professor Dr. Lutz Bellmann, die beide an der Uni Erlangen-Nürnberg tätig sind. Ihr Beitrag heißt „von der KI ausgehende Beschäftigungseffekte und die Veränderungen der Arbeitsorganisation“ und adressiert eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit KI. Werden wir alle arbeitslos, weil die Maschinen uns die Jobs wegnehmen oder verändern sich vor allem die Tätigkeiten der Menschen? Den Beitrag sollte wirklich jede und jeder gelesen haben, die sich Gedanken über die Zukunft der Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz machen.

Dr. Tim Jeske + Sebastian Terstegen, ifaa: KI-Chancen für die Arbeitsgestaltung in Industrie

Anschließend schreiben Dr. Tim Jeske und Sebastian Terstegen, beide vom Institut für angewandte Arbeitsorganisation, „Chancen der KI für die Arbeitsgestaltung in der produzierenden Industrie. Herausforderungen und Potenziale am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie“. Du merkst, es geht hier um die nächste industrielle Revolution, in der wir natürlich längst stecken. Inzwischen ist dir sicherlich auch klar, dass es dieses Mal nicht nur um die Automatisierung physischer Arbeitskraft geht, sondern auch kognitive Abläufe. Wie das aussehen könnte, beschreiben sie sehr anschaulich und auch Tim war hier im Podcast zu Gast, definitive Empfehlung. Hier ein kleiner Ausschnitt: „auf der einen Seite gibt’s Befürchtungen, dass, wenn Digitalisierung voranschreitet, dass Arbeitsplätze wegfallen, auf der anderen Seite muss ich sagen, werden wir froh sein, wenn Arbeitsplätze wegfallen, die wir nicht besetzen können, vor allem, wenn das Arbeitsplätze sind vielleicht, die langweilig oder monoton sind. Wenn quasi simple Transportaufgaben an fahrerlose Transportsysteme übergeben werden oder einfachste Übertragungsaufgaben oder Standardprozesse, die einfach immer gleich ablaufen, wenn die an technische Systeme übertragen werden, dann kann der Mensch das machen, was er viel besser kann, er kann kreativ sein, auf neue Ideen kommen, den Prozess selber verbessern und eben nicht mit Dokumentationsaufgaben beschäftigt sein“.

Johannes Mayer (RWTH Aachen), Prof. Dr. Thomas Bergs (RWTH + Fraunhofer IPT), Stefan Sander (SDS Rechtsanwälte), Daniel Trauth (senseering): Datenmarktplätze für KI

Der nächste Beitrag widmet sich einem zentralen Problem in der systemübergreifenden Entwicklung von KI: Daten, Daten, Daten. Die Autoren sind Johannes Meyer von der RWTH Aachen, Professor Dr. Thomas Bergs, ebenfalls von der RWTH Aachen und Fraunhofer IPT, Stefan Sander von SDS Rechtsanwälte für IT-Recht, und Daniel Trauth von senseering. Die wissen also sehr genau, woran es hakt, denn für künstliche Intelligenz sind Daten unerlässlich, aber da steht man schnell vor dem Dilemma des Datenschutzes und des Wettbewerbs zwischen Unternehmen, die ihre Daten entweder nicht mit anderen Unternehmen teilen wollen oder dürfen. Warum sich das ändern muss und wie das klappen könnte, beschreiben die vier Herren in diesem Beitrag.

Dr. Philipp Hartmann (UnterTUM): KI im Handwerk

Last not least ein ganz wichtiges Thema: „KI im Handwerk“ von Dr. Philipp Hartmann. Er ist unter anderem Teil der Münchner Initiative UnternehmerTUM, die Lösungen für die unterschiedlichsten Handwerkszweige entwickelt. Handwerk ist ja so vielseitig wie unsere Welt selbst, die bekanntesten Handwerke sind wohl Bäcker, Tischler, Klempner, Maler oder Friseur. Doch es gibt über 150 registrierte Handwerksgewerbe, allein in Deutschland gibt es fast 900.000 Betriebe, die rund 5 Millionen Menschen beschäftigen. Und jeder einzelne Mensch von den wird auf die eine oder andere Weise in den kommenden Jahren von KI profitieren im besten Fall. Einige Beispiele nennt Dr. Hartmann in seinem wirklich sehr, sehr schönen Beitrag.

Prof. Dr. Anita Schöbel + Dr. Henrike Stephani (Fraunhofer ITWM): Potenziale für Mobilität durch KI und Mathematik

Damit sind wir auch im fünften Kapitel angekommen, das heißt „KI in der mobilen Arbeitswelt und Logistik“. Los geht‘s mit dem Beitrag „Potenziale im Bereich der Mobilität durch mathematische Methoden der KI“ von Professor Dr. Anita Schöbel, die am Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik und der TU Kaiserslautern tätig ist, sowie Dr. Henrike Stephani und Dr. Michael Burger, ebenfalls beide Fraunhofer ITWM. Mit Henrike habe ich hier auch im Podcast geschnackt, hör mal rein, wenn du mehr wissen möchtest, wie sich die Mobilität durch KI in Form mathematischer Methoden verändern könnte. Hier ein kleiner Ausschnitt: „Aber ich glaube auch, dass tatsächlich im Bereich der Ausbildung mehr getan werden könnte und damit meine ich eben auch die Ausbildung, die mit Handwerkskammern gemacht wird. Ich glaube auch in diesen Bereichen könnte man mehr innovative Ausbildungskomponenten einbringen und das könnte glaube ich auch die Politik mehr fördern, als sie es zurzeit tut. Denn es ist eben nicht nur etwas, was die Akademiker wissen sollen, müssen, können, sondern es ist eben auch etwas, also ich es passiert eben an den FHs und den Hochschulen, das klappt sehr gut, dass man immer mehr versucht, diesen Link zwischen industriellen Arbeitsplätzen und akademischer Forschung, dass man da versucht, es so ein bisschen miteinander zu verbinden und es pragmatisch zu machen“.

Dr. Verena Svensson (Stadtwerke Düsseldorf): Mobilität im urbanen Raum

Der zweite Beitrag beschreibt ein Thema, das vor allem die von uns betreffen wird, die in Städten leben: „Mobilität im urbanen Raum. Wie KI Geschäftsmodelle ermöglicht und Berufsbilder entstehen lässt“ von Dr. Verena Svensson von den Stadtwerken Düsseldorf. Sie geht hier der Frage nach, wie sich die Mobilität in Städten wandelt, wenn Künstliche Intelligenz ins Spiel kommt an allen möglichen Stellen, also welche Potenziale gibt es, welche Herausforderung stehen noch bevor, und wie das Ganze dann 2030 aus?

Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz, Vincent Geilenberg, Stanley Smolka (Zeppelin Universität): Smarte Fabrik und Team Robotics

Danach nehmen uns Professor Dr. Wolfgang H. Schulz, Vincent Geilenberg, Oliver Franck und Stanley Smolka, alle von der Zeppelin Universität Friedrichshafen, mit in die smarte Fabrik der Zukunft. Ihr Beitrag heißt „industrielle KI: Smart Factory und Team Robotics“ und stellt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ins Zentrum und wie die vor allem Künstliche Intelligenz in diversen Ausprägungen einsetzen sollte. Das Ganze wird besonders am Beispiel der Automobilindustrie durchexerziert, daher ist der Beitrag auch in diesem und nicht im Industriekapitel.

Dr. Peter Schlicht, CARIAD: KI in der Automobilindustrie / automotive

Direkt aus dem Herzen der Automobilindustrie stammt der nächste Beitrag von Dr. Peter Schlicht, der ist nämlich Experte für KI bei CARIAD, einem Tochterunternehmen von Volkswagen. In seinem Beitrag „KI in der Automobilindustrie: wie KI die Automotive Welt verändert“ geht er ziemlich konkret auf Anwendungsfälle von KI in der Automobilindustrie ein. Also ein super Beitrag für alle, die sich fragen, ob wir in zehn Jahren in autonomen Fahrzeugen sitzen oder nicht.

Konrad Scheuermann (DB), Ingo Kucz (White Octopus), Prof. Dr. Sabina Jeschke (Deloitte): KI im Bahnsektor

Fährst du gern Bahn? Ich schon! Für mich war der nächste Beitrag daher absolute Pflichtlektüre, naja gut, genau genommen war für mich als Herausgeber alles Pflichtlektüre, aber auf diesen habe ich mich echt wirklich gefreut. Der heißt: „KI im Bahnsektor. Entstehende Anwendungsfälle und mögliche Auswirkungen auf Beschäftigung“. Geschrieben haben ihn Konrad Scheuermann von der Deutschen Bahn, Ingo Kucz von White Octopus, der vorher auch lange bei der Bahn war und den ich auch von da her kenne, und schließlich schrieb auch Professor Dr. Sabine Jeschke mit, über die ich mich besonders gefreut habe, denn sie war bis vor kurzem auch Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn und hat inzwischen zu Deloitte gewechselt. Im Beitrag geht‘s natürlich darum, wie die Bahn in Zukunft beispielsweise Verspätung mithilfe von KI vermeiden kann, effizienter die neuen Fahrpläne plant oder genauer die Bedarfe der Infrastruktur, also Schienen, Oberleitungen, Gleise, Bahnhöfe etc., in den Griff bekommt.

Dr. Susan Wegner + Didem Uzun (Lufthansa Industry Solutions): KI als Chance für Airlines

Der nächste Beitrag hebt uns wiederum in die Luft, denn er heißt „KI als Chance für das zukünftige Airline-Geschäft: heutige und zukünftige Lösungen“ und er stammt von Dr. Susan Wegner und Didem Uzun. Sie sind beide bei der Lufthansa Industry Solutions tätig und Didem war auch hier im Podcast zu Besuch und hat von den Lösungen, die schon gibt, und denen, die uns vielleicht schon bald beim Check in oder an Bord begegnen, berichtet. Und natürlich gehört auch Nachhaltigkeit durch KI dazu, also ein sehr cooles Thema, hören wir mal kurz rein, hier ein kleiner Ausschnitt: „Wer sollte diesen Beitrag lesen? Alle, die Interesse an Technologie selber und KI haben, insbesondere natürlich auch vom fliegenden Geschäft, wenn wir von unserem Beitrag sprechen. Aber ich glaube, den gesamten Band, alle, die Interesse an der Zukunft haben, weil ich glaube, Technologie wird nicht mehr wegzudenken sein und wenn’s uns interessiert, wie sieht denn die Welt in 10 Jahren aus, kommt man um Technologie glaube ich nicht rum. Ich glaube aber auch, dass alle das Buch lesen sollten oder auch unseren Artikel, die vielleicht immer noch Angst vor der KI haben, denn auch ich erinnere mich, vor anderthalb Jahren, als ich tiefer in KI eingetaucht bin, hatte ich auch immer noch diesen Terminator vor Augen, da passiert alles mögliche mit der KI und was macht die denn mit uns? Aber wenn man sich auch tiefer damit befasst und beschäftigt, dann verfliegt dieser Terminator-Effekt relativ schnell.

Prof. Dr. Nobert Bach (TU Ilmenau) + Sven Lindig (LINDIG): KI in der Intralogistik

Der siebte und letzte Beitrag dieses Kapitels stammt von Professor Dr. Norbert Bach und Sven Lindig und handelt von „KI in der Intralogistik: wie der Einsatz von KI die Arbeitsorganisation in der Intralogistik verändern wird“. Ganz kurz für alle, Intralogistik ist all das, was nötig ist, um Waren und Ressourcen auf Unternehmensgeländen von A nach B zu bringen, bekommt man also von außen erst mal nicht so viel von mit. Aber dass da ziemlich viel Hightech im Spiel, merkst du als Onlineshopper daran, dass einige Anbieter die Lieferung in wenigen Tagen oder sogar Stunden anbieten können. Das wird schon heute massiv durch KI gestützt. Wie es da weitergeht, beschreiben die beiden ihrem Beitrag und den Sven habe ich noch hier im Podcast befragt. In dem Gespräch haben wir aber noch deutlich mehr Themen angesprochen, darunter auch ernsthafte Pläne für fliegende Autos in Deutschland. Also, hör unbedingt mal rein, hier ein kurzer Ausschnitt: „Das ist jetzt mal so auf der globalen Supply Chain, aber natürlich ist es ähnlich, dass wir davon ausgehen, dass also der Mensch auch weiterhin gebraucht wird, Unterstützung findet auch durch so Sachen wie Wearable oder Exoskelette, wo also dann auch auf engem Raum mit Cobots zusammengearbeitet wird, aber der Mensch halt ein integraler Bestandteil in einem vernetzten Logistiksystem ist.“

Prof. Dr. Joachim Hornegger (Uni Erlangen-Nürnberg): KI-Medizin ist präventiver und individueller

Damit sind wir beim nächsten Kapitel namens „KI in der medizinischen und pharmazeutischen Arbeitswelt“ angelangt, das ist vermutlich der Bereich, der nun wirklich jeden von uns betrifft, immerhin haben wir im besten Fall alle Gesundheit, mehr oder weniger. Doch für später kann es jeden oder jede von uns erwischen, so wie mich letztes Jahr durch den Fahrradunfall. Den Aufschlag fürs Kapitel wiederum macht Professor Dr. Joachim Hornegger, der ist Präsident der Uni Erlangen-Nürnberg. Sein Beitrag heißt „durch KI wird die Medizin effizienter, individueller und präventiver“ und er beschreibt darin die wichtigsten Anwendungsfälle von künstlicher Intelligenz in der Medizin und wie jeder Mensch auf der Welt früher oder später davon profitieren soll. Joachim war auch hier im Podcast zu Gast und ich muss echt sagen, dass es ein wahnsinnig angenehmes und offenes Gespräch war und ich im Nachhinein noch nie so wenig schneiden musste. Also hier hör mal kurz rein: „Es geht nicht nur darum, wenn Symptome auftreten, die Krankheit zu heilen, sondern im Vorfeld gewisse Dinge einfach zu vermeiden, die Entwicklung von Krankheiten zu vermeiden durch eine ordentliche Prävention und hier können Verfahren der Künstlichen Intelligenz umfangreiche, Sensortechnologie und auch die Rechnertechnologie, die wir heute zur Verfügung haben, zu großen Vorteilen führen.“

Dr. Thomas Hummel + Monika Rimmele (Siemens Healthineers): KI im klinischen Behandlungspfad

Inhaltlich recht nah daran, aber mit einer anderen Perspektive, knüpft der nächste Beitrag an: „KI im klinischen Behandlungspfad. Potenziale und Herausforderungen für Gesundheitsdienstleister. Chancen für Patienten“. Den haben Dr. Thomas Hummel und Monika Rimmele von Siemens Healthineers geschrieben, also eher von der Unternehmensseite aus. Die stellen ja unter anderem Geräte her, die in der Klinik oder in Fachpraxen stehen, sowas wie Röntgen, CT, MRT. Auch Thomas war im Hier und Morgen zu Gast, also hör gern mal rein. Die Aufnahmequalität war leider nicht besonders gut, das bitte ich zu entschuldigen. Ab der nächsten Staffel kommt das nicht mehr vor, versprochen! Also hier der der Ausschnitt. „Das erste ist glaube ich die Frage, wo die Gesundheitsversorgung stattfindet, das wird sich verschieben. Heute ist es immer noch so, dass wir den Patienten zur Pflege bringen, zum Krankenhaus, zum Pflegeheim. In Zukunft glaube ich, wird’s mehr so sein, dass wir die Pflege zum Patienten bringen, also der Ort dreht sich da komplett um. Es gibt ja heute schon viele Möglichkeiten, Patienten, also speziell chronisch kranke Patienten, zu Hause zu betreuen. Aber ich glaube auch, dass Menschen, die heute relativ früh ins Pflegeheim kommen, durchaus länger zu Hause in einem selbstbestimmten Leben bleiben können, was für die glaube ich auch weitaus besser ist, weil ein selbstbestimmtes Leben natürlich irgendwo auch eine gewisse Lust am Weiterleben lässt, statt also irgendwo in einem Pflegeheim zu warten, dass das Ende kommt. Und daher glaube ich, dass das auf jeden Fall eine ganz große Veränderung sein wird.

Dr. Thorsten Gressling (Bayer): Revolutionäre Medizin

Weiter geht’s mit einem Beitrag von Dr. Thorsten Gressling von Bayer. Er heißt „um Medizin zu machen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Der Weg von einzelnen Szenarien in eine umfassende Nutzung von KI“. Klingt abgefahren, ist es auch. Stell vor, irgendwann in der Zukunft braucht es keine Apotheken mehr, weil automatisch erkannt wurde, was genau dir fehlt und welches Mittel das Problem löst, vielleicht sogar bevor es überhaupt zu Symptomen kommt. Crazy? Lies den Beitrag!

Dr. Stefan Knupfer (AOK PLUS), Stefan Weigert: KI im Gesundheitsmarkt

Etwas breiter wird’s dann wieder im Beitrag von Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK Plus, und Dr. Stefan Weigert, der zu dem Zeitpunkt auch noch bei der AOK Plus war, jetzt aber in die Roboterbranche gewechselt ist. Ihr Beitrag „KI im Gesundheitsmarkt. Möglichkeiten und Hürden im kundenzentrierten Gesundheitsmarkt“ umreißt alle wichtigen Veränderungen für Versicherte von Krankenkassen in den kommenden Jahren. Wenn du mehr wissen willst, hör gern erst ins Gespräch mit Stefan und Stefan rein und hier ist der Ausschnitt: „die erste Frage, die wir schon haben im Gesundheitswesen, wer übernimmt denn künftig welche Rolle und wie wollen wir zusammenarbeiten? Das meinte ich vorhin mit den Sektoren, ich glaube, solange die Frage nicht geklärt ist, die glaube ich ein Stück weit auch mit Vertrauen zu tun hat, wird es schwierig. Was ich allerdings wiederum positiv erlebe, dass wenn man, ohne jetzt die üblichen Vorurteile auf die andere Seite in Anführungszeichen zugeht, also wenn man die vermeintlichen Konkurrenten im Gesundheitswesen als Partner begreift, dann ist man schon relativ nah dran und wir kommen zu was hin wie ein gemeinsames Commitment. Ich mach’s mal an einem einfachen Beispiel fest. Wir treten an, weil wir sagen, wir möchten unseren Versicherten, unseren Kunden, ein guter Lotse sein, das bedeutet, eine gute Orientierung geben, wie ich gesund bleibe oder wie ich gesund werde, wenn ich denn krank bin.

Dr. Eckhard Hempel: Big IT in der Medizin und Pharma

Schließlich schrieb Dr. Eckhard Hempel einen Beitrag im Medizin-/Pharmakapitel, der heißt „datenbasierte Innovation im Gesundheitssektor. Strategische Vorbereitung namhafter global agierender IT-Firmen“. Hier geht‘s also um die Unternehmen, besonders im Silicon Valley und anderswo aus den USA, die die globale Entwicklung aktuell vorantreiben. Vielleicht kennst du ja die Projekte von Apple, Google bzw. Alphabet und Microsoft und den anderen, aber ein genauer Blick auf deren Erfolgsstrategie lohnt sich. Definitive Empfehlung!

Sebastian Terstegen, Bruno Schmalen, Dr. Andreas Hinz, Dr. Maike Pricelius: KI-Zusatzqualifizierung

Und damit kommen wir zum letzten Kapitel „KI in der Ausbildung und Bildung“. Aus meiner Sicht ja eins der wichtigsten Kapitel, aber weil es ebenso übergreifend ist, haben wir es als Klammer ans Ende gestellt. Vier Beiträge findest du in diesem Kapitel.

Den Anfang machen Sebastian Terstegen, den wir schon aus dem Industriekapitel kennen, Bruno Schmalen von der Offensive Mittelstand, Dr. Andreas Hinz vom RKW Rationalisierung-Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft und Dr. Maike Pricelius von der Gesellschaft für Innovationsberatung und Service kurz G-IBS. Sie beschreiben die Notwendigkeit einer „KI-Zusatzqualifizierung“ mit dem Untertitel „produktive und menschengerechte Arbeitsgestaltung mit KI in kleinen und mittleren Unternehmen“. Denn wenn eins klar ist, dann dass jeder Entscheidungsträger zumindest die Grundmechanismen von KI verstehen muss, und zwar schnell. Also wenn du dich angesprochen fühlst, kontaktiere am besten direkt die Autorinnen und Autoren. Mit Bruno habe ich auch hier im Podcast geschnackt, hier ein kleiner Auszug aus dem Gespräch: „wenn das Thema KI am deutschen Mittelstand vorbeigeht, werden die Konzerne übernehmen. Das passiert ja zum großen Teil heute schon, also wenn ich an den Handel denke etwa. Das macht das Thema KI für den Mittelstand so wichtig, weil wenn der Prozess nicht gelingt, wenn es nicht gelingt, den Mittelstand, nein, das ist falsch formuliert, ich formuliere neu. Wenn es nicht gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mittelstand an das Thema heranzuführen, Führungskräfte zu qualifizieren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich auch zu führen an das Thema, dann wird es eng für den deutschen Mittelstand, weil er dann nicht mehr kostengünstig arbeitet“.

Dr. André Renz (UdK Berlin): KI in der Bildung / Educational Technology

Der nächste Autor ist ein guter Podcast Bekannter aus im Hier und Morgen, Dr. André Renz von der UdK Berlin. Er erforscht educational technology, also Bildungstechnologien und schrieb einen Beitrag namens „KI in der Bildung: Educational technology und KI: Heraus- und Anforderungen an die Bildungstechnologien der Zukunft“. Sehr, sehr wichtiges Thema! Besonders in Zeiten, in denen endlich mal etwas mehr Bewegung in die Digitalisierung der Schulen kommt. Wollen wir den Druck noch erhöhen? Ja? Dann lies den Beitrag und schicke ihn den Schulleitungen im Umland.

Prof. Dr. Clemens Jäger + Prof. Dr. Stefan Tewes (FOM Hochschule): KI in der Weiterbildung der Zukunft

Das bringt uns in die Weiterbildung der Zukunft, denn man lernt ja nie aus. Der nächste Beitrag von Professor Dr. Clemens Jäger und Professor Dr. Stefan Tewes, beide von der FOM Hochschule heißt: „KI in der Weiterbildung der Zukunft“. Sie adressieren darin drei große Lücken in der Weiterbildung, genauer: Motivation, Kompetenz und Übertragung. KI kann den Bildungsanbietern an vielen Stellen helfen, ihre Angebote zu verbessern und damit auch für die Lernenden mehr Erfolg zu bringen. Tolles Thema und immer wichtiger.

Dr. Berit Blanc, Rolf Feichtenbeiner, Susan Beudt, Prof. Dr. Niels Pinkwart (DFKI): KI in der beruflichen Rehabilitation

Den Abschluss des Bands machen dann Dr. Berit Blanc, Rolf Feichtenbeiner, Susan Beudt und Professor Dr. Niels Pinkwart, die alle am Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz arbeiten und forschen. Ihr Thema heißt „KI in der beruflichen Rehabilitation: intelligente Assistenz für Menschen mit Behinderung“, denn künstliche Assistenz kommt schon jetzt viel zum Einsatz, um eingeschränkten Menschen einen besseren Zugang zum Leben oder auch in die berufliche Beschäftigung zu gewährleisten. Viele Betroffene, Angehörige oder auch Einrichtungen kennen die aber nicht. Also, Auftrag ist klar, oder? Du kennst bestimmt Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben oder arbeiten. Also bitte lies den Beitrag und ändere etwas an den aktuellen Zu- oder auch Missständen, denn die sind oft weit entfernt von einem würdevollen Leben. Darüber sprach ich auch mit Berit hier im Podcast, also hör gern erst einmal hier in das Gespräch: „Was man halt auch nicht außer Acht lassen soll, ist das Potenzial, was digitale Medien und dann auch vielleicht sogar KI bieten kann für Menschen, die Einschränkungen haben, die Behinderungen haben.

Ausblick des Themas und Lücken

Boah, wow. Das war echt viel. Wenn du jetzt noch zuhörst, muss ich erstmal fett DANKE sagen! Ich hoffe, das klingt jetzt nicht wie eine Werbeveranstaltung. Ich bin inhaltlich getrieben und verdiene nicht wirklich was mit dem Band, im Gegenteil. Erst geht’s richtig in meinen Geldbeutel, dass wir das Projekt überhaupt stemmen können. Also das heißt, es kostet uns wirklich Geld. Aber wichtiger ist mir nochmals zu unterstreichen, dass wir  mit den Beiträgen wirklich helfen wollen, und zwar denjenigen, die vielleicht noch zögern, was den Einsatz von KI betrifft und auch denjenigen, die Angst davor haben. Dazu gibt’s wirklich keinen Grund, lasst euch bitte nicht von Science-Fiction verwirren.

Wie es sich für einen akademisch geprägten Menschen gehört, möchte ich jetzt noch darauf hinweisen, dass wir selbstverständlich nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. Viele Bereiche wurde im Band abgedeckt, aber viele auch nicht. Wir wollten aber auch den Umfang nicht völlig übertreiben. Wir sind immerhin mit den 41 Beiträgen unter 500 Seiten geblieben, das finde ich ganz okay. Auch in einem großen Branchen waren die Rückmeldungen eher Verhalten, so beispielweisende Software- oder Spieleindustrie, der Krankenpflege, der Schifffahrt, ich hätte mir persönlich auch gern mehr politische Entscheidungsträger und Behörden gewünscht, aber das hat einfach nicht funktioniert.

Tools für Freelancer und Selbstständige

Was mir persönlich auch noch fehlt, ist natürlich was für Freelancer und Selbstständige, da haben wir schlicht keine Autorinnen oder Autoren gefunden. Ich kann nur sagen, dass für mich als Freelancer vor allem eins zählt: Die Neugier, neue Software auszuprobieren und auch mal komische Fragen zu stellen, ob es das schon gibt. Denn viele Sachen gibt’s einfach schon. Künstliche Intelligenz spielt da jetzt für mich eine untergeordnete Rolle. Also, natürlich nutzen wir alle irgendwie Google Maps und die Bahn-App, auch da steckt KI drin. Ansonsten bin ich ein Verfechter von Open Source Software, nutze GIMP statt Photoshop, Firefox statt Chrome, 7zip statt WinRAR und ich hab sogar eine Linux Distribution installiert auf einem Rechner, um gelegentlich nicht den Anschluss ans Coden zu verlieren. Ansonsten bin ich in Bezug auf die Betriebssysteme ganz klarer Windows Fan und nutze einen großen Teil der Office 365 Suit, darunter auch den Buchungskalender, den man so ähnlich als Calendly. Für diesen Podcast nutze ich die schwedisch-dänische Software Hindenburg sowie das Open Source Programm Audacity, bei einigen Plugins spielt Machine Learning sicher auch eine Rolle. Falls du jetzt spezielle Fragen hast, was ich nutze, sprich mich gern an, per E-Mail oder in Social Media.

So! Heute ist nicht alle Tage, eine Fortsetzung kommt, keine Frage! Ohne Witz, spätestens 2030 wollen Inka und ich einen zweiten Band herausbringen. Vielleicht auch früher. Aber erst mal müssen wir schauen, das jetzt möglichst viele Organisationen von der Kenntnis in die Umsetzung kommen, denn unterm Strich lässt sich mit absoluter Gewissheit festhalten, dass künstliche Intelligenz keine Option ist, sondern in Zeiten des Fachkräftemangels und globalen Wettbewerbs schlicht eine Notwendigkeit. Unsere Arbeit scheint gerade erst anzufangen. Wenn du mehr erfahren möchtest, schreibe gern eine Nachricht auf einem Medium deiner Wahl zum Beispiel auf meiner Website Kaigondlach.de, bei Instagram, bei Tiktok, bei Facebook, bei Linkedin, Brieftauben könnten auch auf meinem Balkon landen. Ich freu mich auf jeden Fall über jegliches Feedback.

Danke!

Damit haben wir’s geschafft für diese Folge. Vielen Dank fürs Zuhören, bleib gesund und vor allem munter. Ciao!

Das war im Hier und Morgen von und mit Kai Gondlach. Du willst mehr über die Zukunft wissen? Dann folge unserem Podcast und besuche uns auf Instagram, Facebook, Twitter oder Linkedin. Bis bald im Hier und Morgen!


Shownotes

Der Band „Arbeitswelt und KI 2030“ bei Springer: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-35779-5
Der Band bei Amazon: https://amzn.to/3BzhvNi
Der Band bei Buch7 (sozialer Buchhandel): https://www.buch7.de/produkt/arbeitswelt-und-ki-2030-inka-knappertsbusch/1042544070?ean=9783658357788&partner=kai-gondlach

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